Für Heimspeicher gibt es Herstellerstatistiken, für Gewerbespeicher haben wir keine öffentliche gefunden. Wir haben deshalb das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur selbst ausgewertet: alle 2,9 Millionen gemeldeten Speicher-Einheiten aus dem Gesamtdatenexport vom 27. Oktober 2026, davon 8.165 Batteriespeicher mit mehr als 30 kW bis 1 MW Leistung. Der Markt wächst schneller als je zuvor. Von Januar bis September 2026 gingen 375 MWh in Betrieb, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum, und die Anlagen werden größer. Einen Hersteller nennen aber nur 7 % der Anlagen. Welche Marken dort am häufigsten stehen, zeigen wir. Warum sich daraus keine Marktanteile ableiten lassen, belegen wir am Heimspeicher.
Neue Gewerbespeicher nach Jahr der Inbetriebnahme, Leistung über 30 bis 1.000 kW. Gezählt sind alle Einheiten, auch die inzwischen stillgelegten.
2026 nur Inbetriebnahmen bis 26.10.2026 (hellgrün). Quelle: Marktstammdatenregister, Gesamtdatenexport 27.10.2026, eigene Auswertung.
Bis 2022 kamen jedes Jahr wenige hundert Gewerbespeicher hinzu. 2023 hat sich der Zubau auf über 1.000 Anlagen mehr als verdoppelt, seitdem wächst er jedes Jahr. 2026 ist nach zehn Monaten bereits das stärkste Jahr: 2.081 Anlagen mit 216 MW und 397 MWh gegenüber 1.755 Anlagen mit 152 MW und 270 MWh im ganzen Jahr 2025.
Der faire Vergleich ist derselbe Zeitraum. Von Januar bis September 2026 gingen 1.964 Gewerbespeicher mit 375 MWh in Betrieb, im Vorjahreszeitraum 1.252 mit 170 MWh. Die Kapazität hat sich damit mehr als verdoppelt, und die Zahl für 2026 wird noch steigen, weil viele Betreiber ihre Anlage erst Monate nach der Inbetriebnahme melden.
Wie groß dieser Nachlauf ist, zeigt 2025. Battery Charts (RWTH Aachen) zählte am 6. Januar 2026 für das Vorjahr 1.427 Gewerbespeicher mit 124 MW und 243 MWh. Im Export vom 27. Oktober 2026 stehen für 2025 inzwischen 1.755 Anlagen mit 152 MW und 270 MWh, also 23 % mehr Anlagen. Weitere 581 Gewerbespeicher mit 134 MW und 263 MWh sind als „in Planung“ registriert.
| Jahr | Anlagen | MW | MWh | Ø kW | Ø kWh | Speicherdauer | Anteil über 100 kW an der Kapazität |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2018 | 102 | 11,4 | 17,0 | 112 | 166 | 1,49 h | 65,3 % |
| 2019 | 168 | 17,7 | 23,4 | 106 | 139 | 1,32 h | 49,1 % |
| 2020 | 271 | 24,2 | 32,4 | 89 | 120 | 1,34 h | 41,0 % |
| 2021 | 302 | 34,1 | 39,1 | 113 | 129 | 1,14 h | 50,4 % |
| 2022 | 442 | 42,8 | 59,4 | 97 | 134 | 1,39 h | 45,8 % |
| 2023 | 1.023 | 81,4 | 131,7 | 80 | 129 | 1,62 h | 43,4 % |
| 2024 | 1.318 | 115,7 | 196,5 | 88 | 149 | 1,70 h | 54,2 % |
| 2025 | 1.755 | 152,1 | 270,2 | 87 | 154 | 1,78 h | 48,9 % |
| 2026* | 2.081 | 215,5 | 397,0 | 104 | 191 | 1,84 h | 61,2 % |
Speicherdauer = nutzbare Speicherkapazität geteilt durch Bruttoleistung. 2026 bis Datenstand. 30 Einheiten mit unplausiblen Angaben (Kapazität unter 1 kWh) sind herausgenommen.
| Leistungsklasse 2024–2026 | Anlagen | MWh | Anteil Kapazität |
|---|---|---|---|
| 30–100 kW | 4.279 | 382,1 | 44,2 % |
| 100–250 kW | 588 | 171,9 | 19,9 % |
| 250–500 kW | 164 | 117,0 | 13,6 % |
| 500–1000 kW | 123 | 192,6 | 22,3 % |
| Speicherdauer 2024–2026 | Anlagen | MWh | Anteil Kapazität |
|---|---|---|---|
| <1 h | 938 | 44,9 | 5,2 % |
| 1–1,5 h | 1.868 | 151,3 | 17,5 % |
| 1,5–2,5 h | 1.781 | 424,9 | 49,2 % |
| ≥2,5 h | 567 | 242,7 | 28,1 % |
Vier von fünf Gewerbespeichern haben höchstens 100 kW. Auf sie entfallen 2024 bis 2026 aber nur 44 % der Kapazität. Der Anteil der Anlagen über 100 kW an der neuen Kapazität stieg von 43 % im Jahr 2023 auf 61 % im Jahr 2026. Die durchschnittliche Anlage wuchs im selben Zeitraum von 129 auf 191 kWh, die Speicherdauer von 1,6 auf 1,8 Stunden.
Auffällig ist der Anteil der Volleinspeiser. Das sind Speicher ohne Eigenverbrauch eines Betriebs: reine Netzspeicher oder Speicher an Solaranlagen, die ihren Strom vollständig ins Netz geben. 2026 sind das 7 % der Anlagen, aber 26 % der neuen Kapazität. 2025 waren es 3 % der Anlagen und 11 % der Kapazität.
Einheitsformate gibt es kaum. 2025 und 2026 verteilen sich 3.836 neue Gewerbespeicher auf 1.568 verschiedene Kombinationen aus Leistung und Kapazität, 1.075 davon kommen nur ein einziges Mal vor. Die häufigste Kombination, 100 kW mit 215 kWh, stellt 1,9 % der Anlagen, die zehn häufigsten zusammen 13 %. Das 125-kW-Format mit 261 kWh, das mehrere Anbieter mit 314-Ah-Zellen bauen, kommt auf 33 Anlagen.
Drei Viertel der Kapazität sind wechselstromseitig gekoppelt, also mit eigenem Batteriewechselrichter. Bis 2023 lag dieser Anteil bei über 80 %; der Rest hängt gleichstromseitig an der PV-Anlage.
Übrige acht Länder: Thüringen 2,2 %, Schleswig-Holstein 1,8 %, Brandenburg 1,7 %, Mecklenburg-Vorpommern 1,6 %, Saarland 0,5 %, Berlin 0,4 %, Hamburg 0,3 %, Bremen 0,2 %.
Bayern liegt mit 28 % der neuen Kapazität vorn, dahinter Nordrhein-Westfalen mit 21 %, Baden-Württemberg mit 17 % und Niedersachsen mit 12 %. Zusammen sind das 78 %. Mit Abstand folgen Hessen und Sachsen mit je knapp 4 %.
In Bayern gingen 2024 bis 2026 1.307 Gewerbespeicher mit 244 MWh in Betrieb, in Nordrhein-Westfalen 1.051 mit 177 MWh. Die Stadtstaaten kommen zusammen auf unter 1 %.
Das Marktstammdatenregister hat für Batteriespeicher kein Feld für den Hersteller. Manche Betreiber schreiben ihn in den frei wählbaren Namen der Einheit, etwa „Tesvolt Forton“ oder „Fenecon Commercial 92“. Wir haben diese Namen nach 70 Marken und ihren Produktbezeichnungen durchsucht.
353 von 5.154 Anlagen (6,8 %) nennen einen Hersteller. Bei Kombinationen zählt die Batteriemarke vor dem Wechselrichter. 15 der 17 ADS-TEC-Nennungen stammen von einem Betreiber (Schnellladesäulen mit Batterie).
Von den 2024 bis 2026 in Betrieb genommenen Gewerbespeichern nennen 353 einen Hersteller oder ein Produkt. TESVOLT führt mit 65 Nennungen, das sind 18 % aller Nennungen. Es folgen FENECON (25), BYD (21), Deye (19), ADS-TEC (17), SolaX (16), Voltfang und Sungrow (je 15) sowie Pramac (14). Über alle Jahre ist der Vorsprung noch größer: 141 von 555 Nennungen entfallen auf TESVOLT.
Für Marktanteile taugt das nicht. Erstens fehlen 93 % der Anlagen. Zweitens ist die Lücke nicht zufällig verteilt: Ob der Hersteller im Namensfeld landet, hängt davon ab, wer die Anlage meldet. Manche Installateure schreiben ihn hinein, andere nur die Adresse. Drittens verzerren einzelne Betreiber das Bild: Ein Betreiber stellt 15 der 17 ADS-TEC-Anlagen, ein anderer drei der vier Pixii-Anlagen, jede mit 1 MW und 6 MWh.
Zwei weitere Grenzen: 40 der 353 Nennungen betreffen nur den Wechselrichter, etwa SMA oder Victron, ohne Batteriemarke. Und genannt wird die Marke auf dem Gerät, nicht der Zellhersteller dahinter. Wer welche Zellen verbaut, zeigt unsere Analyse der Wertschöpfungskette.
P3 und das ISEA der RWTH Aachen ermitteln die Herstelleranteile bei Heimspeichern ebenfalls aus dem Marktstammdatenregister. Wir haben unsere Textsuche auf die Heimspeicher bis 30 kW des Jahres 2025 angewandt und das Ergebnis mit den veröffentlichten Anteilen verglichen.
Namensfeld: Anteil an der Kapazität der 44.834 von 567.986 Heimspeichern 2025 (7,9 %), die einen Hersteller nennen. P3/RWTH: Anteil an der gesamten installierten Kapazität 2025.
Bei BYD liegen beide Wege nah beieinander, 16,0 gegenüber 16,5 %. Bei Anker nicht: Im Namensfeld kommt der Hersteller auf 17,8 %, bei P3 und RWTH auf 6,9 %. Der Grund: Balkonspeicher (bis 2 kW und 5 kWh) nennen ihre Marke mit 14,5 % mehr als doppelt so oft wie die übrigen Heimspeicher mit 5,7 %, und 81 % der Anker-Nennungen sind Balkonspeicher. FOX ESS erscheint im Namensfeld dagegen nur mit 1,9 % statt 5,4 %. Nach P3 geht über die Hälfte der FOX-ESS-Kapazität auf automatisierte Meldungen von Installateuren zurück; diese Einträge nennen die Marke offenbar nicht.
P3 und RWTH gleichen das mit zwei weiteren Schritten aus. Sie erkennen Produkte an ihrer charakteristischen Kombination aus Leistung und Kapazität und verteilen die übrigen Anlagen jeder Größengruppe anteilig auf die dort bekannten Hersteller. Bei Heimspeichern funktioniert das, weil wenige Serienprodukte in großen Stückzahlen verkauft werden.
Bei Gewerbespeichern greift beides nicht. Bei 1.568 verschiedenen Kombinationen aus Leistung und Kapazität und Formaten, die sich mehrere Anbieter teilen, kennzeichnet die Größe keinen Hersteller. Unsere Probe-Hochrechnung nach diesem Verfahren ließ 38 % der Kapazität 2024 bis 2026 ohne Zuordnung und verteilte den Rest überwiegend aus groben Größenklassen. Das wären geschätzte Zahlen mit dem Anschein von Genauigkeit, deshalb veröffentlichen wir sie nicht.
Gesamtdatenexport des Marktstammdatenregisters vom 27.10.2026 mit allen 2.898.548 Stromspeicher-Einheiten und den zugehörigen Speicheranlagen (nutzbare Speicherkapazität).
Technologie Batterie, Bruttoleistung über 30 bis 1.000 kW wie bei Battery Charts. Einheiten von genau 30 kW (allein 2024 weitere 830) rechnet Battery Charts den Heimspeichern zu. 30 Einheiten mit einer Kapazität unter 1 kWh sind herausgenommen.
Nach Inbetriebnahmedatum, unabhängig vom heutigen Betriebsstatus. Anlagen „in Planung“ zählen nur in der Pipeline. Nachmeldungen erhöhen besonders die Zahlen für 2026.
Textmuster für Marken und Produktnamen im Freitext „Name der Einheit“, zum Beispiel Forton für TESVOLT oder ChargePost für ADS-TEC. Batteriemarke geht vor Wechselrichtermarke. Ohne Treffer bleibt die Anlage ohne Hersteller, es wird nichts geschätzt.
Eine belastbare Statistik gibt es nicht, weil das Marktstammdatenregister für Batteriespeicher keinen Hersteller erfasst. Nur 7 % der Gewerbespeicher nennen ihn im frei wählbaren Namen der Einheit. Unter diesen Nennungen steht 2024 bis 2026 TESVOLT mit 65 von 353 vorn (18 %), gefolgt von FENECON, BYD, Deye und ADS-TEC. Das ist die Häufigkeit der Nennung, kein Marktanteil.
Laut Marktstammdatenregister (Stand 27.10.2026) gingen 2025 1.755 Gewerbespeicher mit 152 MW und 270 MWh in Betrieb. Von Januar bis September 2026 waren es 1.964 Anlagen mit 202 MW und 375 MWh, mehr als doppelt so viel Kapazität wie im Vorjahreszeitraum. Durch Nachmeldungen steigen die Zahlen für 2026 noch.
Eine gesetzliche Definition gibt es nicht. Battery Charts der RWTH Aachen zählt Speicher mit mehr als 30 kW bis 1.000 kW Leistung als Gewerbespeicher, darunter Heimspeicher, darüber Großspeicher. Andere Auswertungen grenzen nach Kapazität ab, etwa 50 kWh bis 1 MWh. Die Zahlen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Die 2026 in Betrieb genommenen Gewerbespeicher haben im Schnitt 104 kW und 191 kWh, also knapp zwei Stunden Speicherdauer. Vier von fünf Anlagen haben höchstens 100 kW. Ein Standardformat gibt es nicht: Die häufigste Kombination, 100 kW mit 215 kWh, stellt nur 1,9 % der Anlagen 2025 und 2026.
Nein. Bei Windenergieanlagen erfasst das Register Hersteller und Typ, bei Batteriespeichern nicht. Erfasst werden unter anderem Leistung, nutzbare Speicherkapazität, Batterietechnologie und AC- oder DC-Kopplung. Den Hersteller tragen manche Betreiber freiwillig in den Namen der Einheit ein.
Aus zwei Gründen. Erstens melden viele Betreiber ihre Anlage erst Monate nach der Inbetriebnahme: Für 2025 zählte Battery Charts im Januar 2026 1.427 Gewerbespeicher, im Oktober 2026 stehen 1.755 im Register. Zweitens grenzen die Auswertungen unterschiedlich ab, nach Leistung oder nach Kapazität und mit oder ohne Anlagen von genau 30 kW.
Wir rechnen den Speicher an Ihrem Lastgang und Ihrem Netzanschluss: Eigenverbrauch, Lastspitzen, Netzentgelte und Vermarktung. Dann vergleichen wir die Angebote Punkt für Punkt, ohne Hersteller- oder Lieferantenbindung. Das erste Gespräch ist kostenlos: Termin auswählen.