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Batteriespeicher-Markt · Zelle, System, Projekt · Hersteller und Marktanteile 2025/2026

Wer baut Ihren Batteriespeicher? Die Zelle kommt fast immer aus China, verdient wird an den Enden der Kette.

Auf dem Typenschild steht ein Markenname. Dahinter stecken meist drei bis vier Firmen: ein Zellhersteller, ein Hersteller der Leistungselektronik, ein Integrator, der das System zusammenbaut, und ein Entwickler, der Fläche, Netzanschluss und Genehmigung beschafft. Wir haben die Marktdaten von SNE Research, InfoLink, Benchmark Mineral Intelligence, Wood Mackenzie, BloombergNEF und Modo Energy ausgewertet, dazu die Geschäftsberichte der börsennotierten Anbieter sowie Datenblätter und Zertifikate einzelner Gewerbespeicher. Das Ergebnis: Bei den Zellen teilen sich zehn chinesische oder chinesisch kontrollierte Hersteller über 80 % des Weltmarkts. Bei den Systemen ist der Markt deutlich offener. Und die höchsten Margen entstehen nicht in der Fabrik, sondern bei Projektrechten, Netzanschluss und Vermarktung.

22–27 %
Anteil von CATL an allen weltweit ausgelieferten Speicherzellen im ersten Halbjahr 2026 (Benchmark bzw. SNE Research)
83–89 %
Anteil der zehn größten Zellhersteller, alle mit Sitz oder Mutterkonzern in China
1 von 10
Tesla ist der einzige nicht-chinesische Anbieter unter den zehn größten Systemlieferanten im ersten Halbjahr 2026
≈ 1/5
Anteil der Zelle am Preis eines schlüsselfertigen 2-Stunden-Großspeichers in Europa 2026 (eigene Rechnung)
Von der Zelle bis zum Projekt

Fünf Stufen, selten aus einer Hand.

Wer einen Speicher kauft, kauft ein Bündel. Entscheidend ist nicht nur, welche Marke draufsteht, sondern wer welche Stufe selbst beherrscht.

Zelle

Die Lithium-Eisenphosphat-Zelle (LFP) mit 280 bis 587 Ah. Chemie, Fertigung, Zyklenfestigkeit. Beispiele: CATL, EVE, Hithium, BYD, CALB, REPT.

Modul, Rack, BMS

Zellen werden zu Modulen und Racks verschaltet, das Batteriemanagement überwacht jede Zelle. Hier entscheiden sich Sicherheit, Thermik und Garantie.

DC-Block und PCS

Der Container mit Batterien, Kühlung und Brandschutz und der Batteriewechselrichter (PCS). Auf das PCS wird das Einheitenzertifikat nach VDE-AR-N 4110 ausgestellt.

System und Steuerung

Integration zum betriebsfertigen Speicher mit Energiemanagement, Leittechnik und Service. Die Ebene von Tesla, Sungrow, Fluence oder Huawei.

Projekt und Betrieb

Fläche, Netzanschluss, Genehmigung und Bau (EPC), danach die Vermarktung am Strommarkt, meist durch einen Optimierer.

Wie sich der Preis eines Großspeichers auf die Stufen verteilt, zeigt der Capex-Survey von Modo Energy vom September 2026, eine Umfrage unter über 100 Investoren, Entwicklern, EPC-Firmen und Herstellern in 20 Märkten. Für ein 2-Stunden-System in Europa liegen die Mediane bei rund 109 €/kWh für den gelieferten Container, 34 €/kWh für den Batteriewechselrichter, 54 €/kWh für die übrige Anlagentechnik und den Bau (Balance of Plant) und 35 €/kWh für den Netzanschluss.

Eine Speicherzelle kostete im dritten Quartal 2026 laut Benchmark rund 54 USD/kWh ab Werk in China und 63 USD/kWh frei Europa, umgerechnet etwa 47 bis 55 €/kWh. Die Zelle, um die sich in Angebotsgesprächen das meiste dreht, macht damit nur rund ein Fünftel des Systempreises aus. Den Rest teilen sich Packaging, Leistungselektronik, Bau und Netz.

Für Deutschland nennt Modo über alle Speicherdauern einen Median von 201 €/kWh bzw. 559 €/kW. Der Netzanschluss ist mit 115 €/kW nach den USA der zweitteuerste im Ländervergleich. Das ist ein Grund, warum ein genehmigter Netzanschluss so viel wert ist (dazu unten im Abschnitt zu den Margen).

Woraus der Preis eines Großspeichers besteht

Europa, 2-Stunden-Systeme, Mediane in €/kWh, umgerechnet mit dem EZB-Kurs August 2026. Quelle: Modo Energy, Capex Survey 09/2026. Zellpreis frei Europa: Benchmark, Q3 2026. Die Aufteilung des Containers in Zelle und übrigen DC-Block ist eine eigene Rechnung. Ohne Projektrechte und Finanzierung.

Stufe 1: Speicherzellen

Ein Viertel aller Speicherzellen kommt von CATL.

Im ersten Halbjahr 2026 wurden weltweit 461 bis 490 GWh Speicherzellen ausgeliefert, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Die zehn größten Hersteller sitzen alle in China oder gehören chinesischen Konzernen.

Marktanteile bei Speicherzellen, erstes Halbjahr 2026

Anteil an den weltweiten Auslieferungen von Zellen für stationäre Speicher (461,3 GWh). Grün: Sitz oder Mutterkonzern in China, grau: Korea. Quelle: SNE Research, zitiert nach CnEVPost, 04.08.2026. Envision AESC aus Anteil abgeleitet.

CATL lieferte laut SNE Research im ersten Halbjahr 2026 125 GWh, das sind 27,1 % des Weltmarkts. Benchmark Mineral Intelligence kommt mit etwas anderer Abgrenzung auf 22,0 %. Dahinter folgen mit großem Abstand EVE Energy und Hithium mit je rund 10 %, dann BYD, CALB, REPT BATTERO und Cornex mit 6,5 bis 7,7 %. Die koreanischen Hersteller LG Energy Solution und Samsung SDI kommen zusammen auf rund 4 %. Sie setzen auf LFP-Fertigung in den USA, wo Zölle und die FEOC-Regeln chinesische Zellen verteuern.

Die Spitze verliert dabei Anteile. Der Anteil der zehn größten Hersteller sank laut InfoLink von 90,9 % im Jahr 2024 auf 82,3 % im ersten Halbjahr 2026, weil die zweite Reihe schneller wächst. Am Herkunftsland ändert das nichts: Auch Cornex, Great Power und Ganfeng sind chinesische Hersteller, und Envision AESC gehört zur chinesischen Envision-Gruppe.

Der Preistiefpunkt liegt hinter uns. Eine 314-Ah-Zelle kostete in China im Oktober 2025 laut InfoLink 0,30 CNY/Wh, im Juni 2026 rund 0,375 CNY/Wh, also 25 % mehr. Treiber sind der Lithiumpreis, der sich zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 mehr als verdoppelte, und das Auslaufen der chinesischen Exportsteuer-Rückerstattung für Speicherbatterien: seit 01.04.2026 von 9 auf 6 % gesenkt, ab 01.01.2027 entfällt sie ganz.

Beim Format ist 314 Ah heute Standard. CATL, Hithium und AESC fertigen seit Mitte 2026 Zellen mit 587 bzw. 588 Ah in Serie, Zellen über 600 Ah sind noch früh in der Vermarktung. Für Käufer heißt das: Die Zelle, die heute verbaut wird, ist in fünf Jahren nicht mehr die gängige, und Ersatz- und Erweiterungsteile müssen vertraglich gesichert werden.

Stufe 2 und 3: DC-Block und Batteriewechselrichter

Zellhersteller bauen Container, Wechselrichter-Hersteller bauen Systeme.

Vertikal integriert wird von beiden Enden der Kette: von der Zelle her und von der Leistungselektronik her.

Auf der DC-Seite, also beim Container mit Batterien, Kühlung und Brandschutz, liegen die Zellhersteller vorn. InfoLink zählte im ersten Halbjahr 2025 CATL, BYD, Hithium, RelyEZ und PotisEdge zu den fünf größten Lieferanten. PotisEdge gehört seit März 2026 mehrheitlich zu LONGi und ist der Kern von dessen Speichergeschäft. Die Container werden immer größer: CATLs TENER Stack fasst 9 MWh im 20-Fuß-Format, BYDs Haohan 14,5 MWh, der Branchenstandard liegt 2026 bei rund 6,25 MWh je Container.

Daraus folgt aber nicht, dass die Zellhersteller den Systemmarkt übernehmen. Ihr Anteil an allen ausgelieferten Systemen fiel laut Benchmark von mindestens 40 % (2023) auf unter 30 % (erstes Halbjahr 2025), reine Integratoren wie Sungrow, CRRC und HyperStrong legten von 20 auf 30 % zu. CATL hielt im ersten Halbjahr 2026 22 % der Zellen, aber nur 8 % der Systeme. Der größte Teil seiner Zellen steckt in Speichern anderer Marken.

Beim Batteriewechselrichter (Power Conversion System, PCS) gibt es keine frei zugänglichen Marktanteile in Prozent, nur Ranglisten. Unter den chinesischen Herstellern führten 2024 laut dem Branchenverband CNESA Sungrow, Kehua und Sineng. In Europa sind außerdem Power Electronics aus Spanien, SMA, Ingeteam, Nidec und Freqcon aktiv. Der freie PCS-Markt schrumpft relativ, weil AC-Blöcke mit integriertem Wechselrichter wachsen, etwa Tesla Megapack, Sungrow PowerTitan oder Huaweis Smart-String-System.

Für Käufer von Gewerbespeichern ist das PCS die wichtigste Herkunftsfrage. Mit der 314-Ah-Zelle hat sich ein Schrank mit 125 kW und 261 kWh als Format durchgesetzt, den viele Marken führen und der sich auf dem Datenblatt kaum unterscheidet. Das Einheitenzertifikat nach VDE-AR-N 4110 wird aber auf den Hersteller des Wechselrichters ausgestellt, nicht auf die Marke des Speichers. Ein Beispiel: Für den Gewerbespeicher AlphaESS STORION-LC-TB125 mit 125 kW und 261 kWh lautet das Einheitenzertifikat des TÜV Rheinland vom September 2025 auf Langfang IN-Power Electric, einen Wechselrichter-Hersteller aus der Provinz Hebei.

Stufe 4: Systemintegratoren

Bei den Systemen ist der Markt offen, Platz 1 hängt an der Messmethode.

Die zehn größten Integratoren liefern rund 60 % aller Systeme, bei den Zellen sind es über 80 %. Wer vorn liegt, hängt daran, ob Auslieferungen oder umsatzwirksame Lieferungen gezählt werden.

Marktanteile bei Speichersystemen, erstes Halbjahr 2026

Anteil an den weltweit ausgelieferten Speichersystemen (rund 313 GWh). Quelle: Benchmark Mineral Intelligence, 21.08.2026. Auf Rang 6 bis 15 folgen unter anderem Sigenergy, Fluence, Goldwind, Trina Storage, StarCharge und Robestec.

RangWelt 2025 · Wood MackenzieWelt 2025 · BenchmarkEuropa 2025 · Wood Mackenzie
1TeslaBYD · 13 %Sungrow
2SungrowTesla · 10 %BYD
3BYDSungrow · 9 %Huawei
4–6nicht veröffentlichtCRRC, CATL, HyperStrong · je 6 %nicht veröffentlicht
7–10nicht veröffentlichtHuawei, Envision · je 5 %; Fluence, Sunwoda · je 4 %nicht veröffentlicht

Wood Mackenzie zählt Megawattstunden mit Umsatzrealisierung im Jahr, Benchmark ausgelieferte Gigawattstunden (2025: rund 460 GWh).

Chinesische Integratoren hielten 2025 laut Wood Mackenzie 76 % des Weltmarkts, acht der zehn größten kommen aus China. In Europa ist Sungrow seit 2024 die Nummer eins, 2025 belegten Sungrow, BYD und Huawei alle drei Spitzenplätze. Westliche Integratoren ohne eigene Zelle oder eigenen Wechselrichter geraten unter Druck: Powin aus den USA ging im Juni 2025 in die Insolvenz, Fluence kam 2025 auf rund 4 % des Weltmarkts, und Wärtsilä hat sein Speichergeschäft zum 01.10.2026 in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht.

Unabhängig von der Menge bewertet Wood Mackenzie die Integratoren nach zehn Kriterien. Im Ranking vom Juli 2026 liegen Sungrow, Tesla und CATL vorn, gefolgt von BYD, Envision und Trina Storage; aus dem Westen schaffen es Fluence, LG Energy Solution, Canadian Solar und Wärtsilä in die Top 10.

Wer kann was selbst?

Echtes Know-how sitzt selten in allen Stufen, meist in einer.

Die Übersicht zeigt für wichtige Anbieter im deutschen Markt, welche Stufe sie selbst entwickeln und fertigen und wo sie zukaufen. Grundlage sind Geschäftsberichte, Datenblätter, Zertifikate und Herstellerangaben, Stand Oktober 2026.

eigen selbst entwickelt bzw. gefertigt zugekauft mit Lieferant, wenn öffentlich bekannt – nicht aktiv nicht öffentlich keine belastbare Angabe
AnbieterZelleModul, Rack, BMSWechselrichter (PCS)EMS, SoftwareGesamtsystemProjekt, Vermarktung
CATLChinaeigenLFP bis 587 Ah, Natrium-IoneneigenPartnernicht öffentlicheigenTENER, TENER Stack–
BYDChinaeigenKonzernfertigungeigennicht öffentlichnicht öffentlicheigenMC Cube, HaohanPartner-EPC
Tesla EnergyUSAzugekauftbisher v. a. CATL; LG Energy Solution ab 2027; eigene LFP-Linie Nevada im HochlaufeigeneigeneigenAutobiddereigenMegapack 3, MegablockeigenVermarktung per Autobidder
SungrowChinazugekauftLieferant nicht genannteigeneigenKerngeschäfteigeneigenPowerTitan 2.0/3.0nicht öffentlich
Huawei Digital PowerChinazugekauftLieferant nicht genannteigenSmart StringeigeneigeneigenLUTERRAPartner-EPC
FluenceUSAzugekauftAESC bzw. Fixx Energy, EVE Energyeigenes DesignAuftragsfertigungzugekauftz. B. Power ElectronicseigenFluence OSeigenSmartstack, Gridstack ProeigenMosaic, Nispera
CNTEChinazugekauftCATLeigenintegriert, Hersteller nicht öffentlichnicht öffentlicheigenSTAR-Serienicht öffentlich
LONGi (PotisEdge)ChinazugekauftLieferant nicht genannteigenBMS, ZellüberwachungeigenOneSynceigeneigenLONGi ONEServicenetz im Aufbau
SMADeutschlandzugekauftzugekaufteigeneigeneigenGroßspeicher-IntegrationteilsProjektentwicklung, z. B. Metelen
TESVOLTDeutschlandzugekauftSamsung SDI; PowerCore G2 mit CATL-Zellenneue Generation zugekauftPowerCore G2 auf WHES-HardwarezugekauftSMA, Power ElectronicseigenEnergy ControllereigenMontage Wittenbergteilseigener Speicherpark genehmigt
PramacPfullingen, Generac-GruppezugekauftLieferant nicht genanntnicht öffentlicheigenPBI 50K/88K aus der REFU-Linie; beim BSO MAX nicht genannteigeneigen–
AlphaESSChina, Europa-Sitz EschbornzugekauftLieferant nicht genannteigenBMSzugekauftTB125: Langfang IN-PowereigenEMS, AlphaCloudeigen–
BATTRKraftisried, Allgäuzugekauftu. a. SVOLTeigenPackaging, Brandschutz, MonitoringFremdwechselrichteru. a. SMA, Sungrow, KOSTAL, KACOeigeneigen–
PixiiNorwegenzugekauftLieferant nicht genanntzugekauftLFP-BatterieblöckeeigenPixiiBox, 3,3-kW-ModuleeigeneigenPowerShaper, PowerBase–

Die Zelle ist fast nie eigen

Von den 14 Anbietern fertigen nur CATL und BYD ihre Zellen selbst. Tesla baut eine eigene Fertigung in Nevada auf, mit 7 GWh im Jahr und ersten Megapacks mit eigenen Zellen im dritten Quartal 2026. Alle anderen kaufen zu, und die meisten nennen den Lieferanten nicht. Das eigene Know-how liegt bei Sungrow, Huawei, SMA, Pramac und Pixii in der Leistungselektronik, bei Fluence in Software und Vermarktung und bei den deutschen Packagern in Packaging, Steuerung und Service. Wer ein Angebot bewertet, sollte deshalb wissen, welcher dieser Bausteine vom Anbieter selbst kommt und für welchen er nur weiterreicht, was ein Lieferant garantiert.

Zehn Namen im Profil

Tesla, CATL, Fluence, Huawei, CNTE, LONGi, Pramac, BATTR, AlphaESS, Pixii.

Was hinter den Namen steckt, die uns in Speicherangeboten und Anfragen besonders häufig begegnen: Herkunft, eigenes Know-how, Zulieferer und Präsenz in Deutschland.

Tesla Energy

Austin (USA) · Großspeicher · Systemintegrator

Produkte: Megapack 3 mit rund 5 MWh und Megablock, vier Megapacks mit Transformator und Schaltanlage ab Werk, rund 20 MWh. Die Serienfertigung des Megapack 3 bei Houston begann im August 2026, Kundenauslieferungen sind für Ende 2026 angekündigt.

Eigenes Know-how: Wechselrichter, Batteriemanagement, Thermik, Steuerung und die Vermarktungssoftware Autobidder entwickelt Tesla selbst.

Zugekauft: die Zellen, bisher überwiegend von CATL. Ab August 2027 liefert LG Energy Solution LFP-Zellen aus Michigan im Wert von 4,3 Mrd. USD. Seit dem dritten Quartal 2026 laufen erste Megapacks mit Zellen aus Teslas eigener LFP-Linie in Nevada (7 GWh im Jahr).

Zahlen: 2025 wurden 46,7 GWh ausgeliefert, die Bruttomarge des Energiesegments lag bei 29,8 %. In den ersten neun Monaten 2026 kamen 36,0 GWh dazu. Nach Wood Mackenzie war Tesla 2025 zum dritten Mal in Folge die Nummer eins bei den umsatzwirksamen Lieferungen.

Deutschland: Europa wird bisher aus dem Werk Shanghai beliefert. Ein deutsches Großprojekt mit öffentlich benannter Megapack-Lieferung haben wir nicht gefunden.

CATL

Ningde (China) · Zelle, DC-Block, System

Position: weltgrößter Hersteller von Speicherzellen mit 22 bis 27 % Weltmarktanteil im ersten Halbjahr 2026. Bei kompletten Systemen sind es nur 8 %, weil der größte Teil der Zellen bei anderen Integratoren landet.

Eigenes Know-how: Zellen (LFP bis 587 Ah, dazu Natrium-Ionen mit TENER Sodium, vorgestellt im Juni 2026 in München), Module und DC-Blöcke (TENER, TENER Stack mit 9 MWh im 20-Fuß-Container). Den Wechselrichter liefern in der Regel Partner.

Zahlen: Die Speichersparte setzte im ersten Halbjahr 2026 53,3 Mrd. CNY um (+88 %), bei 24,0 % Bruttomarge. Im Gesamtjahr 2025 waren es 121 GWh und 26,7 % Bruttomarge.

Deutschland: Das Werk in Arnstadt (Thüringen) fertigt seit Dezember 2022 Zellen für Autohersteller; eine Fertigung für stationäre Speicher ist dort nicht belegt. In deutschen Großspeichern steckt CATL vor allem als Zelle in Systemen anderer Marken, etwa bei CNTE und bei der neuen TESVOLT-Generation.

Fluence

Arlington (USA) · Großspeicher · Integrator und Software

Herkunft: gegründet als Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und AES, an der Nasdaq notiert.

Eigenes Know-how: Systemdesign (Smartstack, Gridstack Pro, Ultrastack für Netzbooster), das Betriebssystem Fluence OS und die Vermarktungs- und Betriebssoftware Mosaic und Nispera.

Zugekauft: Zellen und Wechselrichter. Die Zellen kommen von AESC bzw. dem US-Werk von Fixx Energy und künftig in großem Umfang von EVE Energy: Im September 2026 wurde ein Rahmenvertrag über bis zu 206 GWh für 2027 bis 2031 gemeldet. Gefertigt wird bei Auftragsfertigern.

Zahlen: Im Geschäftsjahr 2025 (bis September) 2,26 Mrd. USD Umsatz bei 13,1 % Bruttomarge. Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2026 fiel die Marge auf 5,1 %, die Jahresprognose wurde mehrfach gesenkt.

Deutschland: Netzbooster Kupferzell für TransnetBW (250 MW), Netzbooster für TenneT, GigaBattery Jänschwalde von LEAG (1 GW, 4 GWh) und Brunsbüttel für Vattenfall (254 MW, 1.016 MWh, Bau ab 2027).

Huawei Digital Power

Shenzhen (China) · Heim, Gewerbe, Großspeicher

Eigenes Know-how: Die Kernkompetenz ist die Leistungselektronik. Huawei zählt seit Jahren zu den größten Herstellern von PV-Wechselrichtern und entwickelt Wechselrichter, das Batteriemanagement auf Pack-Ebene (Smart String) und die Steuerung selbst. Die Speicherprodukte heißen seit Juni 2026 LUTERRA statt LUNA.

Zugekauft: die Zellen, ohne dass Huawei den Lieferanten nennt.

Zahlen: Die Sparte Digital Power setzte 2025 77,3 Mrd. CNY um (+12,7 %), Speicherumsatz und Marge weist Huawei nicht aus. Bei den Systemen hielt Huawei 2025 rund 5 % des Weltmarkts, in Europa Rang 3.

Deutschland: Im Heimspeichermarkt 2025 mit 7,8 % auf Rang 3. Chinesische Wechselrichter stehen in Europa unter Beobachtung: Die EU-Kommission beschränkt Mittel der Europäischen Investitionsbank für Projekte mit Wechselrichtern von Hochrisiko-Lieferanten, die Bundesregierung prüft Schritte nach § 41 BSIG. Huawei wird dabei nicht namentlich genannt.

CNTE

Fuzhou (China) · Gewerbe- und Großspeicher · Integrator

Herkunft: Contemporary Nebula Technology Energy, gegründet 2019 von Nebula Electronics (Batterieprüftechnik), CATL und Privatinvestoren. CATL hält laut Registerdaten rund 20 %. CNTE ist also keine CATL-Tochter, verbaut aber CATL-Zellen (306 Ah und 530 Ah).

Eigenes Know-how: die Systeme der STAR-Serie mit integriertem, flüssigkeitsgekühltem Wechselrichter (STAR X bis 2,8 MW und 5,64 MWh, STAR H-MAX für Gewerbe). Wer das PCS fertigt, ist nicht öffentlich.

Deutschland: CNTE meldet Lieferungen für die Speicher Leuna 1 bis 4 in Merseburg (Leuna 1 und 2 mit je rund 50 MW und 100 MWh), Krumpa I in Braunsbedra (51 MW, 102 MWh), Altenwerder im Hamburger Hafen (7,5 MW, 16 MWh) und Lisberg II bei Bamberg (7 MW, 16 MWh). Auslieferungsmengen veröffentlicht CNTE nicht.

LONGi

Xi'an (China) · Gewerbe- und Großspeicher · über PotisEdge

Herkunft: Der Modulhersteller hat die Speichertechnik zugekauft. Seit März 2026 hält LONGi 62 % an PotisEdge aus Suzhou, heute LONGi Jingkong. PotisEdge wurde 2015 gegründet und zählte im ersten Halbjahr 2025 zu den fünf größten Lieferanten von DC-Blöcken.

Eigenes Know-how: PotisEdge entwickelt Batteriemanagement, Zellüberwachung, Wechselrichter, Energiemanagement und Thermomanagement selbst.

Zugekauft: die LFP-Zellen mit 314 Ah; den Hersteller nennt LONGi nicht.

Deutschland: Markteintritt mit einer Veranstaltung in Frankfurt am 21.05.2026, Plattform LONGi ONE, erster Gewerbespeicher an einer PV-Anlage der Stadtwerke Stralsund. BloombergNEF führt LONGi seit dem zweiten Quartal 2026 als Tier-1-Speicheranbieter.

Pramac

Pfullingen (Baden-Württemberg) · Gewerbespeicher · Generac-Gruppe

Herkunft: Pramac Storage Systems ist die frühere REFU Storage Systems (REFUstor), die die Generac-Tochter Pramac zum 01.02.2023 übernommen hat.

Eigenes Know-how: Aus der REFU-Linie stammen eigene Batteriewechselrichter (PBI 50K und 88K, zertifiziert nach VDE-AR-N 4105 und 4110), eigene Steuerungselektronik und ein eigenes EMS. Das Programm reicht vom Schrank bis zum Container mit rund 2 MWh.

Zugekauft: die Zellen (LFP, Hersteller nicht genannt). Neu seit 2026 ist der Schrank BSO MAX 125/261 mit 125 kW und 261 kWh aus fünf Packs mit 314-Ah-Zellen, ein Format, das sich mit dieser Zelle bei vielen Anbietern durchgesetzt hat. Zell- und Wechselrichterhersteller nennt Pramac für dieses Gerät nicht.

BATTR

Kraftisried (Allgäu) · Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie · Packager

Herkunft: BATTR Energy AG mit nach eigenen Angaben 14 Ingenieuren aus Elektromobilität und Hochleistungsanwendungen.

Eigenes Know-how: Batteriesysteme von 40 kWh (BRICK) über Schränke mit 318 kWh (CABINET) bis 5,2 MWh (CUBE maxi), dazu Gehäuse, Brandschutz, Monitoring und Energiemanagement.

Zugekauft: die LFP-Zellen; für den CABINET All-in-One nennt BATTR SVOLT als Lieferanten. Die DC-Systeme arbeiten mit Fremdwechselrichtern, laut Datenblatt unter anderem von SMA, Sungrow, KOSTAL und KACO. Netzanschluss-Zertifikate hängen damit am gewählten Wechselrichter.

Deutschland: Referenzen 2026 unter anderem bei Adelholzener Alpenquellen (rund 4,6 MWh) und am Energiecampus Wildpoldsried.

AlphaESS

Nantong (China), Europa-Sitz Eschborn · Heim- und Gewerbespeicher

Herkunft: gegründet 2012, nach eigenen Angaben über 150.000 Systeme weltweit und vier Fertigungsstandorte in China und Malaysia.

Eigenes Know-how: Systemintegration, Batteriemanagement und das Energiemanagement mit der Plattform AlphaCloud.

Zugekauft: die LFP-Zellen (314 Ah, Hersteller nicht genannt) und beim Gewerbespeicher STORION-LC-TB125 der Wechselrichter. Dessen Einheitenzertifikat nach VDE-AR-N 4110 und 4120 (TÜV Rheinland, September 2025) lautet auf Langfang IN-Power Electric.

Pixii

Norwegen · Gewerbespeicher · modulare Leistungselektronik

Eigenes Know-how: Der Kern ist die PixiiBox, ein bidirektionaler Wandler mit 3,3 kW. Ein Schrank PowerShaper XLP (112 kW, 225 kWh) enthält 36 davon auf 48-Volt-Basis, das PowerBase-Skid kommt auf 1 MW und 2 MWh. Das ist das Gegenmodell zum zentralen Hochvolt-Wechselrichter: redundant und servicefreundlich, bei einem maximalen Wirkungsgrad von 96,9 % laut Datenblatt.

Zugekauft: die Batterien, LFP-Blöcke mit 314-Ah-Zellen; den Zellhersteller nennt das Datenblatt nicht. Gefertigt wird in der Slowakei.

Netzanschluss: Für die PowerShaper-Modelle einschließlich XLP liegt ein Einheitenzertifikat nach VDE-AR-N 4110 vor (UL Solutions, Januar 2026, gültig bis 2030). Den Netz- und Anlagenschutz übernimmt ein externes Schutzgerät.

Deutschland: Referenzen unter anderem bei der Deutschen Telekom und den Stadtwerken Hünfeld.

Deutsche Hersteller und Packager

Gefertigt wird in Deutschland das Paket, nicht die Zelle.

Eine Serienfertigung von Speicherzellen haben wir in Deutschland 2026 nicht gefunden. Deutsche Anbieter montieren Module, Gehäuse und Elektronik und entwickeln Steuerung und Software. Im Heimspeichermarkt hat das Jahr 2026 mehrere bekannte Marken aus dem Neugeschäft gedrängt.

Heimspeicher in Deutschland 2025: Marktanteile nach Kapazität

Anteil an der 2025 installierten Kapazität (4,57 GWh, rund 550.000 Geräte, einschließlich Balkonspeicher). Grün: chinesische Hersteller, dunkel: deutsche Marken. Quelle: P3 und RWTH Aachen, Auswertung des Marktstammdatenregisters, veröffentlicht bei pv magazine am 26.06.2026.

Im Heimspeichermarkt führten 2025 nach installierter Kapazität BYD (16,5 %), Sungrow (9,0 %) und Huawei (7,8 %), gefolgt von Anker (6,9 %) und FOX ESS (5,4 %). Die größten deutschen Marken folgen mit E3/DC (4,3 %) und sonnen (3,3 %). Die fünf größten Hersteller kamen zusammen nur noch auf gut 45 %, nach knapp 55 % im Jahr 2024; Balkonspeicher machten knapp ein Drittel der Stückzahl aus.

2026 traf es mehrere deutsche Anbieter. Die EnBW-Tochter SENEC hat das Neukundengeschäft eingestellt: Bestellungen waren bis Ende August 2026 möglich, Bestandskunden werden weiter betreut. VARTA hat im Juli 2026 beim Amtsgericht Stuttgart Eigenverwaltung beantragt, einschließlich der Speichersparte VARTA Storage. Für RCT Power aus Konstanz läuft seit September 2026 ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Die sonnen GmbH, im Sommer 2026 von Shell an das Family Office Tiven verkauft, hat am 22.10.2026 Insolvenz beantragt; Bestandsgeschäft und Service sollen weiterlaufen.

Für Käufer heißt das: Wer die Garantie gibt und ob er in zehn Jahren noch da ist, wiegt mindestens so schwer wie die Wahl der Zelle.

AnbieterSitzSegmentFertigung in DeutschlandZelleWechselrichterEigenes Know-howStand 2026
TESVOLTLutherstadt WittenbergGewerbe, GroßspeicherMontageSamsung SDI (NMC); PowerCore G2: CATL-LFP über WHESSMA, Power Electronics; G2 integriertEnergy Controller, Softwareeigener Speicherpark mit 60 MW und 190 MWh genehmigt
SMANiestetalWechselrichter, GroßspeicherWechselrichterzugekaufteigenLeistungselektronik, IntegrationAuftragsbestand Großanlagen 1,75 Mrd. € (Juni 2026)
E3/DC (Hager)OsnabrückHeim, kleines GewerbeOsnabrück, Göttingen, Wetternicht öffentlicheigenHauskraftwerk, Steuerung4,3 % Heimspeicheranteil 2025
INTILION (Hoppecke)PaderbornGewerbe, GroßspeicherPaderbornzugekauft (NMC)nicht öffentlichSystemintegration–
FENECONIggensbachHeim, Gewerbe, GroßspeicherIggensbachneue und gebrauchte Fahrzeugbatteriennicht öffentlichEMS (FEMS, OpenEMS)48,8-MWh-Projekt für KGAL
BATTRKraftisriedLandwirtschaft, Gewerbe, Industrie„Made in Germany“ (Herstellerangabe)zugekauft, u. a. SVOLTFremdwechselrichterPackaging, Brandschutz, EMSReferenzen bis 4,6 MWh
Pramac (Generac)PfullingenGewerbeEntwicklung, Vertriebzugekaufteigen (PBI); BSO MAX nicht genanntLeistungselektronik, EMSneuer Schrank BSO MAX 125/261
sonnenWildpoldsriedHeim, virtuelles KraftwerkMontagenicht öffentlichnicht öffentlichEMS, virtuelles KraftwerkInsolvenzantrag 22.10.2026
SENEC (EnBW)LeipzigHeim–nicht öffentlichnicht öffentlich–Neukundengeschäft eingestellt
VARTA StorageNördlingenHeimnicht öffentlichnicht öffentlichnicht öffentlich–Eigenverwaltung beantragt (07/2026)
RCT PowerKonstanzHeim, GewerbeKonstanznicht öffentlicheigenWechselrichtervorläufiges Insolvenzverfahren (09/2026)

Quellen: Geschäftsberichte, Herstellerangaben, Datenblätter, Fachpresse (Liste unten). „Nicht öffentlich“ heißt: Der Anbieter nennt den Lieferanten nicht, und wir haben keine belastbare andere Quelle gefunden.

Zellwerke in Deutschland: Autozellen ja, Speicherzellen nein

Die großen Zellfabriken in Deutschland arbeiten für die Autoindustrie oder sind gar nicht erst gestartet. Speicheranbieter kaufen ihre Zellen deshalb in Asien, und das wird auf absehbare Zeit so bleiben. Für europäische Großprojekte entsteht neue Zellfertigung eher in Ungarn: CATL hat in Debrecen im September 2026 den Probebetrieb aufgenommen, ebenfalls zunächst für Autohersteller.

WerkStand Oktober 2026
CATL ArnstadtZellfertigung seit 12/2022, ausgelegt auf 14 GWh, Kunden aus dem Automobilbau
PowerCo Salzgitterin Betrieb seit 12/2025, Einheitszelle für Fahrzeuge
Tesla GrünheideZellwerk mit 18 GWh im Jahr geplant
Northvolt HeideLyten verhandelt über die Übernahme (Absichtserklärung 07/2026)
ACC Kaiserslauternim Februar 2026 endgültig abgesagt
Großspeicher in Deutschland

888 MW in einem Halbjahr, Lieferanten aus China, den USA und Europa.

Ende Juni 2026 waren in Deutschland Großspeicher mit 3,42 GW und 5,70 GWh in Betrieb, allein im ersten Halbjahr 2026 kamen 888 MW dazu, mehr als im ganzen Jahr 2025 (Modo Energy). Wer die Systeme liefert, erfasst das Marktstammdatenregister nicht. Eine belastbare Marktanteilsstatistik nach Integratoren gibt es für Deutschland deshalb nicht, die öffentlich benannten Projekte zeigen aber ein klares Bild.

ProjektMWMWhEigentümer bzw. EntwicklerSystemlieferantStand
GigaBattery Jänschwalde (Brandenburg)1.0004.000LEAG Clean PowerFluence (Smartstack), Planung, Lieferung und Bauin Umsetzung
Klostermansfeld (Sachsen-Anhalt)1.0005.700BW ESSnicht öffentlichBau seit 07/2026
GigaBattery Boxberg (Sachsen)4001.600LEAG Clean PowerHyperStrong (schlüsselfertig, HyperBlock III)Bau seit 09/2026
Förderstedt (Sachsen-Anhalt)300716ECO STORECO STOR (eigene Integration)erster Abschnitt fertig, komplett 2027
Brunsbüttel (Schleswig-Holstein)2541.016VattenfallFluence (Gridstack Pro 5000)Bau ab 2027
Netzbooster Kupferzell (Baden-Württemberg)250–TransnetBWFluenceNetzbooster des Übertragungsnetzbetreibers
Leuna und Krumpa (Sachsen-Anhalt)rund 250rund 500Münch EnergieCNTE meldet Lieferungen für Leuna 1 bis 4 und Krumpa Iin Betrieb (eingeweiht 08/2026)
Waltrop (Nordrhein-Westfalen)160180Trianel (T-BESS 1)BYD (MC Cube), EPC ProfiNRGEPC vergeben 09/2026
Alfeld (Niedersachsen)137,5282Kyon Energy, verkauft an ObtonNidec Conversionam Netz seit 01/2026
Stendal (Sachsen-Anhalt)116,5230NofarEnergySungrow (PowerTitan 2.0)Referenzprojekt Sungrow
Metelen (Nordrhein-Westfalen)92,5231MEAG, entwickelt von SMASMAin Betrieb seit 03/2026
Pipeline be.storaged–1.600be.storagedSungrow (PowerTitan 3.0)Rahmenvertrag 09/2026
Wittenberg (Sachsen-Anhalt)60190TESVOLTTESVOLTgenehmigt, Betrieb geplant 03/2028

Das Feld ist breit. Fluence hat sich auf Netzbooster der Übertragungsnetzbetreiber und auf Gigawatt-Projekte großer Versorger konzentriert (TransnetBW, TenneT, LEAG, Vattenfall). Sungrow ist bei Entwicklern mit Rahmenverträgen stark vertreten (NofarEnergy, MaxSolar, be.storaged), HyperStrong, BYD und CNTE liefern in einzelne Großprojekte. Westliche Lieferanten neben Fluence sind Nidec und SMA.

Ein deutsches Großprojekt mit öffentlich benannter Tesla-Lieferung haben wir nicht gefunden, obwohl Tesla weltweit vorn liegt. Bei mehreren großen Bestandsanlagen, etwa bei RWE in Hamm und Neurath, ist der Lieferant nicht öffentlich. Für Gewerbespeicher zwischen 30 kW und 1 MW gibt es ebenfalls keine Herstellerstatistik; das Segment ist klein, wächst aber schnell (2025: rund 1.400 Anlagen mit 243 MWh laut Battery Charts).

Wo die Marge liegt

In der Fabrik wird wenig verdient, am Netzanschluss und im Handel viel.

Die Bruttomargen der börsennotierten Anbieter zeigen ein klares Muster: Reine Zellfertiger und westliche Integratoren ohne eigene Zelle verdienen wenig, vertikal integrierte Anbieter mehr. Der größte Wert entsteht vor und nach der Hardware.

Bruttomarge im Speichergeschäft

Dunkelgrün: Integratoren mit eigenem Wechselrichter, hellgrün: Zellhersteller, grau: westlicher Integrator ohne eigene Zelle. Bruttomarge des jeweiligen Speichersegments bzw. Konzerns. Tesla: Segment Energy generation and storage, erste neun Monate 2026, gestützt durch Zollerstattungen. Hithium: Konzern, erstes Halbjahr 2025 (Börsenprospekt). Quellen: Geschäftsberichte und Börsenmitteilungen, für die chinesischen Anbieter über die Fachpresse.

Nach dem Preiskrieg 2024/25 liegen reine Zellhersteller bei 11 bis 13 % Bruttomarge: EVE Energy kam im ersten Halbjahr 2026 auf 12,5 % im Speichergeschäft, REPT im Jahr 2025 auf 10,8 %. Nur CATL hält mit Größe und hohem Exportanteil 24 %. Im Ausland verdienen die chinesischen Hersteller deutlich mehr als zu Hause: Hithium wies im ersten Halbjahr 2025 für das internationale Geschäft 30,5 % Bruttomarge aus, für China 9,5 %. Europäische Käufer zahlen also eine Prämie.

Die höchsten Hardware-Margen erzielen Anbieter, die Wechselrichter und Integration in einer Hand haben: Sungrow mit 32,4 % im Speichergeschäft im ersten Halbjahr 2026 und Tesla mit 30,2 % im Energiesegment in den ersten neun Monaten 2026. Tesla selbst erwartet ohne Sondereffekte eher gut 20 %.

Westliche Integratoren, die Zelle und Wechselrichter zukaufen, werden zerrieben. Fluence fiel im dritten Quartal seines Geschäftsjahrs 2026 auf 5,1 % Bruttomarge, Wärtsilä erzielte 2025 im Speichergeschäft eine operative Marge von 3,5 %, Powin musste 2025 Insolvenz anmelden.

StufeUmsatz je kWhTypische MargeRohertrag je kWh
Lithium (Rohstoff in der Zelle)7–8 €EBITDA-Marge bis 57 % (Albemarle, Q2 2026), stark zyklischrund 4 €
Speicherzelle47–55 €12–24 % brutto6–13 €
Batteriewechselrichterrund 34 €14–23 % (SMA EBIT Großanlagen, Sineng brutto)5–8 €
Integration, westlich ohne eigene Zellerund 109 €5–13 % brutto (Fluence)6–14 €
Integration, chinesisch vertikalrund 80 €32 % brutto (Sungrow)rund 26 €
Anlagenbau, EPCrund 54 €5–10 % (US-Vergleichswerte)3–6 €
Projektrechte (baureifes Projekt)–Prämie rund 45.000–150.000 € je MW22–74 €
Vermarktung (Optimierer)–5–15 % der Erlöse über die Laufzeit20–60 €

Überschlag für ein 2-Stunden-System in Europa 2026, Rohertrag = Umsatz × Marge. Größenordnungen, keine Firmendaten. Projektrechte: Transaktionswerte baureifer deutscher Projekte (PF Nexus, zweites Halbjahr 2024: 45.000–62.500 €/MW; Enerdatics 2026: 50.000–170.000 USD/MW), umgelegt auf 2 MWh je MW. Vermarktung: Optimierer-Anteil 5–15 % an rund 120.000 €/MW Jahreserlös, Barwert über 10 Jahre bei 8 %. Sungrow: Umsatz je ausgelieferter kWh im ersten Halbjahr 2026, teils mit Wechselrichter. Lithium: 0,43–0,47 kg Lithiumcarbonat-Äquivalent je kWh Zelle.

Für Großspeicher: die Hebel liegen außerhalb der Hardware

Ein baureifes Projekt mit gesichertem Netzanschluss bringt seinem Entwickler je kWh ähnlich viel wie die gesamte Hardware-Kette zusammen. Treiber ist die Knappheit an Netzanschlüssen. Für den Eigentümer gilt: 10 % Mehrkosten beim Capex kosten laut Modo rund 2 Prozentpunkte Rendite, die Vertragsstruktur bewegt aber mehr. Modo nennt für deutsche Projekte 12 bis 14 % unverschuldete Rendite bei einer Hürde um 10 %, je nach Vermarktungsmodell (Merchant, Floor, Tolling) zwischen 6 und 23 %.

Für Heim- und Gewerbespeicher: die Marge liegt im Vertrieb

Ein stationärer Batteriepack kostete 2025 ab Werk im Weltmittel rund 70 USD/kWh (BloombergNEF), umgerechnet rund 60 €/kWh. Für einen Heimspeicher zahlten Endkunden in Deutschland im ersten Halbjahr 2025 laut EUPD Research im Schnitt 711 €/kWh. Der Pack macht damit weniger als ein Zehntel des Endpreises aus; der Rest verteilt sich auf Wechselrichter, Marke, Großhandel, Vertrieb und Installation. Belastbare Margendaten für Gewerbespeicher-Packager gibt es nicht.

Was das für Ihr Speicherprojekt heißt

Fünf Fragen an jedes Speicherangebot.

Wer fertigt die Zelle?

Hersteller, Typ und Kapazität der Zelle schriftlich geben lassen, dazu die Zellzertifikate nach IEC 62619 und UN 38.3. Zyklen- und Kapazitätsgarantie hängen an der Zelle, und die Formate wechseln schnell: 280, 314, jetzt 587 Ah.

Auf wen lautet das Einheitenzertifikat?

Ab Mittelspannung verlangt der Netzbetreiber ein Einheitenzertifikat nach VDE-AR-N 4110. Es lautet auf den Hersteller des Wechselrichters. Typ, Firmware und Status prüfen: Einheitenzertifikat oder nur Prototypen- bzw. Vorabzertifikat?

Wer gibt die Garantie, und ist er in zehn Jahren noch da?

Marke, Hersteller und Garantiegeber sind oft drei verschiedene Firmen. Die Insolvenzen von 2026 zeigen, dass die Bilanz des Garantiegebers zählt. Fragen Sie nach einer Absicherung der Garantie und nach dem Serviceweg, falls der Anbieter ausfällt.

Lässt sich das System erweitern und reparieren?

Ersatzteile und Erweiterungsmodule müssen über die Laufzeit verfügbar sein, auch wenn das Zellformat bis dahin abgelöst ist. Wird nur Batteriekapazität ergänzt und der Wechselrichter bleibt, ändert sich die Anschlussleistung nicht.

Wo liegt bei Ihrem Projekt der Wert?

Bei Gewerbe- und Großspeichern entscheidet weniger der letzte Euro je kWh Hardware als Netzanschluss, Netzentgelte, Vermarktung und Vertragsstruktur. Rechnen Sie diese Hebel zuerst, dann vergleichen Sie Hersteller.

Häufige Fragen zu Batteriespeicher-Herstellern

Kurz beantwortet, mit Fundstelle.

Welcher Hersteller hat den größten Marktanteil bei Batteriespeichern?

Das hängt von der Stufe ab. Bei Speicherzellen ist es CATL mit 22 bis 27 % im ersten Halbjahr 2026. Bei kompletten Speichersystemen lag 2025 nach umsatzwirksamen Lieferungen Tesla vorn (Wood Mackenzie), nach ausgelieferten Gigawattstunden BYD (Benchmark Mineral Intelligence). Im ersten Halbjahr 2026 führt BYD mit 9,1 % vor Sungrow (8,8 %) und CATL (8,0 %). In Europa ist Sungrow seit 2024 die Nummer eins.

Woher kommen die Batteriezellen im Tesla Megapack?

Überwiegend von CATL. Ab August 2027 liefert zusätzlich LG Energy Solution LFP-Zellen aus Michigan, und seit dem dritten Quartal 2026 baut Tesla erste Megapacks mit Zellen aus der eigenen LFP-Fertigung in Nevada. Europäische Megapacks kamen bislang aus dem Werk in Shanghai.

Ist CNTE eine Tochter von CATL?

Nein. CNTE (Contemporary Nebula Technology Energy) wurde 2019 von Nebula Electronics, CATL und Privatinvestoren gegründet; CATL hält laut Registerdaten rund 20 %. CNTE verbaut aber CATL-Zellen und hat in Deutschland unter anderem Speicher in Merseburg, Braunsbedra und Hamburg geliefert.

Baut LONGi seine Batteriespeicher selbst?

LONGi hat die Technik zugekauft. Seit März 2026 gehört dem Modulhersteller die Mehrheit an PotisEdge aus Suzhou, heute LONGi Jingkong, das Batteriemanagement, Wechselrichter und Energiemanagement selbst entwickelt. Die Zellen sind zugekauft, den Hersteller nennt LONGi nicht.

Werden in Deutschland Batteriezellen für stationäre Speicher hergestellt?

Eine Serienfertigung von Speicherzellen haben wir für 2026 nicht gefunden. CATL in Arnstadt und PowerCo in Salzgitter fertigen Zellen für Autos, Tesla plant ein Zellwerk in Grünheide, ACC hat Kaiserslautern abgesagt, und über Northvolt Heide verhandelt Lyten. Deutsche Speicheranbieter kaufen ihre Zellen fast ausnahmslos in Asien.

Welche Heimspeicher-Hersteller haben in Deutschland die größten Marktanteile?

2025 nach installierter Kapazität BYD (16,5 %), Sungrow (9,0 %), Huawei (7,8 %), Anker (6,9 %) und FOX ESS (5,4 %), danach E3/DC (4,3 %) und sonnen (3,3 %). Quelle ist die Auswertung des Marktstammdatenregisters von P3 und RWTH Aachen.

Was ist ein Systemintegrator, was ein Packager?

Ein Packager baut aus zugekauften Zellen Module, Racks und Batterieschränke mit Batteriemanagement, Kühlung und Brandschutz. Ein Systemintegrator fügt Batterie, Wechselrichter, Steuerung und Netzanschlusstechnik zu einem betriebsfertigen Speicher zusammen und übernimmt meist Garantie und Service. Viele Anbieter sind beides, kaum einer fertigt auch die Zelle.

Wo wird in der Speicher-Wertschöpfungskette am meisten verdient?

2026 an den Enden der Kette. Reine Zellhersteller erzielen 11 bis 13 % Bruttomarge, westliche Integratoren ohne eigene Zelle teils unter 10 %. Ein baureifes Großspeicherprojekt mit gesichertem Netzanschluss wird in Deutschland dagegen mit rund 45.000 bis 150.000 € je MW gehandelt, und Optimierer erhalten 5 bis 15 % der Vermarktungserlöse über die gesamte Laufzeit.

Sie haben mehrere Speicherangebote auf dem Tisch?

Wir vergleichen sie Punkt für Punkt: Zelle, Wechselrichter und Einheitenzertifikat, Garantiegeber, Erweiterbarkeit und vor allem die Wirtschaftlichkeit an Ihrem Lastgang und Ihrem Netzanschluss. Keine Hersteller- oder Lieferantenbindung. Das erste Gespräch ist kostenlos: Termin auswählen.